Das reine Gewissen bei der weißen Weste


Textildienstleister setzen verstärkt auf nachhaltige Textilien und Service-Prozesse

Kaum eine Firmen-Website oder eine Broschüre, auf der Begriffe wie „Soziale Verantwortung“ oder das englische Pendant „Corporate Social Responsibility“ nicht auftauchen. Nahezu alle Unternehmen sprechen blumig von Nachhaltigkeit und können diese meist auch mit einem passenden Öko- bzw. Nachhaltigkeitssiegel belegen. Doch aus einem anfangs kleinen „grünen Keim“ ist in den letzten Jahren ein wahrer Dschungel aus Labels, Zertifikaten und Prüfzeichen entwachsen. So fällt es Anwendern und Verbrauchern immer schwerer, sich in diesem „Label-Dickicht“ einen Überblick zu verschaffen und wirklich spannende Entwicklungen zu verfolgen.

Der Stoff, aus dem ökologische Träume sind
Spannendes tut sich derzeit in der Textilbranche im Bereich umweltfreundliche, biologisch abbaubare Polyester. Das süddeutsche Textilunternehmen Lauffenmühle hat unter den Namen „infinito®“ und „reworx®“ Garne und Textilien entwickelt, die sich dank ihrer  Kompostierungseigenschaften in einen geschlossenen biologischen Kreislauf einführen lassen. Die Textilien bieten eine klimatisierende Funktion, sind sicher für biologische Systeme und sind für die Industriewäsche geeignet. Der Kölner Hersteller von Arbeitskleidung, Bierbaum-Proenen (BP), fertigt aus reworx® bereits die Kollektion BP Bio Cycle, eine vollfunktionelle Krankenhausbekleidung. Bei der industriellen Wäscheaufbereitung punkten die biologisch abbaubaren Polyester mit ausgezeichneter Performance bei Pflegeleichtigkeit, Lichtechtheit sowie hoher Abrieb- und Pilling-Resistenz. Die Garne sind auch für robuste Berufsbekleidung konzipiert und qualifiziert. Nach dem Einsatz und nach mehr als 50 Reinigungszyklen können die Produkte gesammelt und in einer industriellen Kompostieranlage in Humus umgewandelt werden! Dafür erhielten die Entwickler aus dem baden- württembergischen Lauchringen das Cradle to Cradle CM Gold Level Zertifikat. Bei Cradle to Cradle, oder kurz C2C, handelt es sich um einen Zusammenschluss von Wissenschaftlern, Wirtschaftsverbänden und Unternehmern, die sich für die Entwicklung und Produktion von Produkten einsetzen, die keinen Müll hinterlassen.
„Biologisch abbaubare Garne und Textilien sind der nächste Schritt in eine neue, nachhaltige Zukunft in der Textilbranche“, kommentiert Wolfgang Elies die Innovation.

Textiles Vertrauen seit über 20 Jahren
Für eine solche Zukunft stehen auch neue Branchenstandards wie das „bluesign“ System, das auf den fünf Prinzipien Ressourcenproduktivität, Verbrauchersicherheit, Wasser- und Luftreinhaltung sowie Arbeitsschutz basiert. Die Vorgaben des „independent industry textile standard“ lauten: 90 % des Gewebes und 30 % der Zutaten für jeden Textilartikel müssen von bluesign zertifizierten Systempartnern stammen. Vorgaben, die noch schwer zu erfüllen sind, da derzeit nur sehr wenige Lieferanten von Gewebe und Zutaten Systempartner von bluesign sind. „Sustainable Textile Production“ (STeP) ist ein neues Oeko-Tex Zertifizierungssystem für Marken,  Handelsunternehmen und Hersteller der textilen Kette, das sich für das Umweltschutz-, Chemikalien- und Qualitätsmanagement einsetzt. Es definiert auch strenge Standards für Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz sowie Sicherung der Menschenrechte und Einhaltung der ethischen Arbeitsbedingungen.

Bereits 1992 führte das Institut für Ökologie, Technik und Innovation ÖTI aus Wien gemeinsam mit den Hohenstein Instituten den Oeko-Tex-Standard 100 ein. Handelt es sich bei dem Standard 100 noch um ein produktbezogenes Label, konnten sich Unternehmen ab 1995 auch ganzheitlich nach Oeko Standard 1000 prüfen lassen. Die Prüfkriterien für das Label „Textiles Vertrauen – Umweltfreundlicher Betrieb nach Oeko-Tex Standard 1000“ lauten: Ausschluss von umweltschädlichen Techniken, Chemikalien und Hilfsmitteln (beispielsweise Verbot von Chlorbleiche), Einhaltung von Richtwerten für Abwasser- und Abluftreinigung, sparsamer Einsatz von Energieressourcen sowie Lärm- und Staubvermeidung.

Kein Leben am seidenen Faden
Neben den ökologischen Labels richten viele Unternehmen und Verbraucher ihr Ausgenmerk auf Initiativen und Prüfgremien, die sich mit den Arbeitsbedingungen in den Zulieferbetrieben beschäftigen. Der Tod von 1127 Menschen beim Einsturz des
„Rana Plaza“ in Bangladesch hat im Frühjahr 2013 die Notwendigkeit von Reformen nochmals auf tragische Weise verdeutlicht. Zwei der renommiertesten Organisationen, die sich für bessere Arbeitsbedingungen in der Bekleidungsindustrie einsetzen, sind „Fairtrade“ und die „Fair Wear Foundation (FWF)“. Die FWF ist eine unabhängige Multistakeholder-Initiative, in der Vertreter von Industrie, Gewerkschaften und Nichtregierungs-Organisationen organisiert sind. Die Mitglieder sind für ihre eigene, faire Lieferkette verantwortlich. FWF überprüft, wie die Mitglieder die Forderungen umsetzen und veröffentlicht die Ergebnisse. Fairtrade Certified Cotton ist ein Produktlabel der Fairtrade Initiative, das einzelne Schritte der Wertschöpfungskette in der Textilindustrie zertifiziert. Dazu gehören ein fairer Preis für den Landwirt, faire  Arbeitsbedingungen, keine ausbeuterische Kinderarbeit und umweltfreundliche  Anbaubedingungen. Das Gewebe von Kleidung, die das Fairtrade-Siegel trägt, muss zu mindestens 60 % aus Fairtrade zertifizierter Baumwolle bestehen. Bei Berufskleidung liegt der  Anteil bei 30 %.

Soziale Verantwortung made in Germany
Das unternehmerische Verhalten und die Arbeitsbedingungen von Textil- Dienstleistern in Deutschland rücken Zusammenschlüsse wie der Wirtex e.V.in den Mittelpunkt ihres Engagements. So unterzeichnen alle Mitglieder des Textil-Verbands den Code of Conduct „Grundsätze des Textil Service“. Dort heißt es: der Wirtschaftsverband Textil Service – Wirtex e.V. und dessen Mitglieder bekennen sich zu ihrer Verantwortung für Kunden und Mitarbeiter, Umwelt und Gesellschaft. Wolfgang Elies, der als Business Development Manager beim Textilmanagement Dienstleister bardusch für die Einhaltung dieser Grundsätze mitverantwortlich ist, ergänzt: „Bei bardusch sind wir uns unserer unternehmerischen Verantwortung bewusst. Richtlinien wie der Code of Conduct des WIRTEX oder auch der UN Global Compact nehmen Unternehmen in die Pflicht, Worten auch Taten folgen zu lassen.“ Im UN Global Compact verpflichten sich Unternehmen, universelle Prinzipien wie Menschenrechte, Arbeitsnormen, Umweltschutz, Korruptionsbekämpfung anzuerkennen und einzuhalten.

Zeit fürs Wesentliche, textile Vollversorgung
Doch nicht nur die Materialien und Produktionsbedingungen müssen bei Qualitäts- und Nachhaltigkeitsmaßnahmen berücksichtigt werden. Weitere Frage der Nachhaltigkeit kommen bei der Versorgung und Aufbereitung von verschmutzen Textilien auf. Besonders deutlich wird dieser Aspekt in Pflegeheimen. Hier fallen oftmals Berufsbekleidung, Stationswäsche und  Bewohnerwäsche zusammen. Jährlich entstehen in Pflegeeinrichtungen so bis zu 300.000 Tonnen Wäsche. Dienstleister wie das Textilmanagement Unternehmen bardusch bieten deshalb textile Vollversorgung nach zertifizierten Nachhaltigkeitsstandards an. Von der Stationswäsche über die Berufsbekleidung bis hin zu den Einziehwaren stellt bardusch Pflegeeinrichtungen den gesamten betrieblichen Textilbedarf im Mietservice zur Verfügung. In einem festgelegten Turnus holen bardusch Mitarbeiter die benutzte Wäsche direkt auf der Pflegestation ab und liefern saubere Wäsche an. Die verschmutzten Textilien werden deutschlandweiten in einer von 24 Wäschereien nach zertifizierten Waschverfahren aufbereitet.

Die Umwelt dankt es
Als eines der ersten Unternehmen der Textildienstleistungsbranche arbeitet bardusch mit einem Umweltmanagement nach „EMAS III“. EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) optimierte Betriebe verpflichten sich, eine Umwelterklärung zu erstellen, die alle umweltrelevanten Tätigkeiten und die Daten zur Umwelt, wie Ressourcen- und Energieverbräuche, Emission, Abfälle etc. transparent darstellt. Hinzu kommen behördliche Vorgaben wie Abwasserverordnungen. „Es klingt reißerisch, ist aber tatsächlich Fakt, unser Abwasser ist teilweise sauberer als das aus Brunnen entnommene Wasser“, kommentiert Wolfgang Elies die strikten Abwasserauflagen. bardusch arbeitet mit umweltfreundlichem Dampf, den das Unternehmen in eigenen Turbinenhäusern erzeugt.

Die Großtechnologie der industriellen Wäschereien sorgt für Effizienz und kontrollierte Umweltstandards. „ Unsere Waschmaschinen fassen im Schnitt 50 kg, und mit 50 kg Wäsche beladen wir sie auch bei jedem Waschvorgang“, erklärt Elies und führt aus:
„Chemikalien setzen wir nur in so weit ein, wie sie für den Waschprozess nötig sind und vermeiden Über- oder Unterdosierungen. Auf Duftstoffe verzichten wir ganz.“
Die textile Vollversorgung entlastet Pflegeeinrichtungen und schafft wieder mehr Platz für die eigentlichen „Kern-Aufgaben“. Hinzu kommen Kostentransparenz und - steuerung bei der Ausstattung mit Mietberufskleidung und Stationswäsche im Leasingverfahren. „Hinter den drei Schlagworten langlebig, unbelastet und kontrolliert stehen bei uns zertifizierte Qualitätsstandards, ein umweltschonendes Wäscheverfahren und Zulieferbetriebe in Europa und Nordafrika, die unter fairen Bedingungen produzieren. Aus diesem Grund haben wir uns auch gegen Produzenten aus Ostasien entschieden“, fasst Wolfgang Elies das Thema Nachhaltigkeit beim Ettlinger Textildienstleister noch einmal zusammen.

Faktencheck zum Wäscheaufkommen in Pflegeheimen:
In den westlichen Industrieländern hat sich die Lebenserwartung in den letzten 100 Jahren nahezu verdoppelt. Lag die erwartetet Lebensdauer der weiblichen Bevölkerung zu Beginn des 20. Jahrhunderts noch bei ca. 48 Jahren, spricht das statistische Bundesamt inzwischen von ca. 83 Jahren. Bei Männern stieg die Zahl von durchschnittlich 45 Jahren auf knapp 78 Jahre. Mit der zunehmenden Lebenserwartung wächst auch die Zahl der zu pflegenden Menschen. Bereits von 1995 bis 2012 hat sich die Zahl der Pflegebedürftigen in Deutschland von ursprünglich 1,06 Millionen auf 2,54 Millionen mehr als verdoppelt. Bund und Länder rechnen damit, dass bis 2030 3,22 Millionen Bürger Pflege benötigen. Derzeit liegt die zu bewältigende Wäschemenge in Pflegeeinrichtungen bei ca. 300.000 Tonnen pro Jahr. Schaut man sich die zuvor genannten Wachstumszahlen an, lässt sich erahnen, welche zusätzliche Belastung dies für Pflegeheime bedeutet.

(© bardusch - honorarfreier Abdruck im Rahmen der Veröffentlichung dieses Beitrages)

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